8.05.2026: Die 1. Multireligiöse Feier an der Evangelischen Hochschule Nürnberg

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Bildrechte T.Amberg

Das erste Mal in der Geschichte der Evangelischen Hochschule Nürnberg gab es dort bei der Abschlussfeier für die diesjährigen BA-Absolvent*innen der Studiengänge Soziale Arbeit und Management in der Sozial- und Gesundheitswirtschaft keine ausschließlich christliche Andacht.

Das geht mit der Entwicklung einher, dass auch die Studierenden der Hochschule in stetig steigender Zahl die Entwicklungen unser „Einwanderungsgesellschaft“ widerspiegeln. Als BRÜCKE-KÖPRÜ haben wir deshalb gerne die Anfrage der Evang. Studierendenpfarrerin Tabea Baader angenommen, in diesem Jahr erstmalig eine multireligiöse Andacht für die etwa 300 Teilnehmenden dieser Abschlussfeier unter dem Dach der LUX-Kirche mitzugestalten. 

Rückblick auf das was Halt gab in Studium und Prüfungszeiten, Ausblick auf das was kommt voller Vorfreude oder auch noch Ungewissheiten… in der Vorbereitung zeigte sich, dass der Begriff „Segen“ als „gute göttliche Kraft“ ein Schlüsselbegriff sein könnte, um die gegenwärtigen Lebenssituationen der Absolvent*innen aufzufangen.

So kamen nach der Begrüßung durch Pfarrerin Baader ganz verschiedene O-Töne von Studierenden zu Wort, die die möglichen Lebenssituationen und auch Vorstellungen von „gutem Leben“ aufzufächern versuchten. Die Bildkarte SEGEN!, die BRÜCKE-KÖPRÜ vor Jahren schon im Rahmen eines interreligiösen Jugendprojekts entwickelt hatte, kam dann an einer Schlüsselstelle der Feier zum Einsatz: Alle im Raum waren eingeladen, gute Wünsche für die Absolventen aufzuschreiben und die Karte mit einem Segenszeichen zu überreichen. 

Als Fürbitten wurden nacheinander christliche und muslimische Gebete gesprochen: Nach Thomas Popp, Präsident der Hochschule, der ein afrikanisches Segensgebet sprach, traten die beiden muslimischen Studierenden Dilayla Ahmet und Dilek Demirpolat ans Mikrofon. Ihre „Dualar“ trugen sie im Wechsel Deutsch und Arabisch vor: z.B. „Vertraue darauf: Gott beschützt dich, egal was die Zukunft bringt, wie es in Sure Ali Imran (3:173) heißt: „Allah allein genügt uns als Helfer und Er ist der beste Beschützer“  (Hasbunallahu wa ni'mal wakeel).

Auch der „Schlusssegen“ war bei dieser Feier als von manchen erwartet: Alle waren eingeladen, einander Segen zu wünschen und die Worte „Friede sei mir Dir“ (in verschiedenen Sprachen z.B. as-salam alaykum) mit Gesten aus der Gebärdensprache auch ganz leibhaft einander zuzugebärden

Anbei einige bildhafte Eindrücke von dieser ersten multireligiösen Feier in der Geschichte der Evang. Hochschule Nürnberg.